Gesunde Gemeinde

Stand September 2018

 

Artikel Gemeidezeitung September 2018

Liebe Patientin, lieber Patient!

Es ist in Altenberg seit vielen Jahren guter Brauch, dass mein Kollege Dr. Christoph Kiblböck und ich unsere Urlaube aufeinander abstimmen und daher auch stets einer von uns für Sie da ist.

Bei Abwesenheit des eigenen Hausarztes steht daher der jeweils andere als Vertretungsarzt für akute Probleme, erforderliche Weiterbehandlungen und sonstige Anliegen, die nicht warten können, zur Verfügung.

Es ist auch üblich, vor Antritt eines Urlaubes eine kurze „Dienstübergabe“ zu machen und dem jeweils anderen besondere Fälle mitzuteilen, sodass deren Weiterbetreuung gut erfolgen kann.

Klarerweise sind in der Zeit, wo ich die Vertretung für Dr. Kiblböck übernehme, mehr Altenberger in meiner Ordination. Dazu können dann manchmal noch Patienten aus anderen Gemeinden kommen, deren Arzt ebenfalls auf Urlaub ist. Es kommt daher, auch wenn wir uns bemühen, sämtliche Anliegen rasch zu erledigen, zu längere Wartezeiten. Dies stellt aber in der Regel kein Problem dar und wird akzeptiert.

Besonders viel Zeit nimmt dabei oft das Abholen von Rezepten für Standardmedikamente (zB gegen Blutdruck, Blutzucker etc…), die normalerweise vom eigenen Hausarzt verschrieben werden, in Anspruch.

Dies liegt daran, dass es derzeit (noch) keine Vernetzung gibt und meine Mitarbeiterinnen und ich weder über Diagnosen noch Verordnungen von anderen Ärzten Informationen haben.

Die Verordnung eines Medikamentes besteht nicht nur darin, einen Namen auf ein Formular zu schreiben. Es muss die Rezeptausstellung samt zugrundeliegender Diagnose vom verordnenden Arzt dokumentiert und im Zweifelsfall auch persönlich verantwortet werden. Nicht umsonst hat das Rezept Stempel und Unterschrift des Ausstellers zu tragen.

Hinzu kommt, dass manche Medikamente nur bei bestimmten, nachweislich vorliegenden Erkrankungen verordnet werden dürfen, da es sonst seitens der Krankenversicherung zu Rückforderungen (an den verschreibenden Arzt!) kommt.

Diesbezügliche Überprüfungen finden immer wieder statt und es ist mit viel Zeit und Aufwand verbunden, die entsprechenden Formulare auszufüllen und dann manchmal auch noch zusätzlich telefonisch den Sachverhalt erklären zu müssen.

Es ist daher verständlich, dass bei nicht dokumentierten Diagnosen und Medikamenten meine Assistentinnen nicht frei Hand Rezepte ausstellen können.

In so einem Fall ist es alleine schon aus rechtlichen Gründen nötig, dass ich ein Gespräch mit dem Vertretungspatienten (bzw. den Angehörigen, die das Medikament für ihn holen) führen muss. Das kann natürlich mit Wartezeiten verbunden sein, da ich deswegen keine Patienten, die einen Termin haben, warten lassen kann.

Wie kann man das nun am besten lösen?

Eine Möglichkeit ist, sich rechtzeitig nach den Urlauben des eigenen Hausarztes zu erkundigen und entsprechend vorher darauf zu achten, dass man ausreichend versorgt ist. Meine Urlaube sind in der Regel in der Gemeindezeitung, auf meiner Homepage und per Aushang in der Ordination angekündigt. Zusätzlich weisen meine Mitarbeiterinnen Patienten, die regelmäßig Medikamente bei uns holen, im Gespräch darauf hin.

Falls es einmal nötig ist, dennoch beim Vertretungsarzt ein Medikament abzuholen, so ist ein entsprechender Arztbrief oder Befund sehr hilfreich; es können daraus Diagnose und Medikament übernommen werden, was entsprechend Zeit spart. Besonders wichtig ist das bei den erwähnten speziellen Medikamenten (zB für „Blutverdünnung“), die nur unter gewissen Voraussetzungen auf Kassenkosten verschrieben werden dürfen.

Auch die Mitnahme der Originalverpackung hilft, sicher das richtige Präparat zu verschreiben (Stärke, Dosierung, Anzahl, Darreichungsform…).

Es ist meinen Mitarbeiterinnen und mir wichtig, dass auch die Anliegen jener Patienten, die in Vertretung kommen, kompetent, rasch und freundlich erledigt werden. Bitte helfen Sie mit, dass uns das gemeinsam gelingt!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen einen schönen Herbst und viel Gesundheit!

Ihr Gemeindearzt, Thomas Pachinger