Gesunde Gemeinde

Stand Dezember 2019

 

Artikel Gemeindezeitung Dezember 2019

Liebe Altenbergerin, lieber Altenberger!

Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu, und das nächste bringt uns einiges an Veränderung – im Großen wie im Kleinen.

Bundesweit tritt die Krankenkassenreform in Kraft, die sowohl Versicherte wie auch Ärzte beschäftigen wird. Abgesehen von neuen Bezeichnungen und der teilweisen Veränderung der Zugehörigkeit zu einem System (so kommen beispielsweise die Bauern von der SVB zur neuen Selbständigenversicherung) wird interessant, welche Leistungen künftig übernommen werden. Auch die ecard wird ab 2020 mit einem Foto versehen, um Missbrauch zu verhindern.

In unserem Sprengel bekommt eine Kollegin aus einer Nachbargemeinde ein Kind. Trotz intensiven Bemühungen war es nicht möglich, für die Zeit des Mutterschutzes eine Vertretung zu finden, und so wird diese Ordination für zumindest einige Monate geschlossen sein.

Für uns heißt dies, dass die dadurch vorübergehend unversorgten Patienten auch nach Altenberg kommen werden, was zu einem spürbaren Mehr an Arbeit führen wird. Neben mehr Patienten in der Ordination werden vermutlich auch zusätzliche Visitenanforderungen kommen.

Die nächsten Monate stellen somit einen „Probelauf“ für die kommenden 4-5 Jahre dar, da die Hälfte der Kollegen in der Umgebung in Pension gehen werden und Nachbesetzungen von Landarztordinationen – wie man ja auch fast täglich in den Medien erfährt - mittlerweile eher die Ausnahme als die Regel sind.

Gerade darum ist es von entscheidender Bedeutung, rechtzeitig zu reagieren und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Im Kollegenkreis sind wir dabei, aktiv auf junge Ärztinnen und Ärzte zuzugehen und auch das Gespräch mit den betreffenden Gemeinden zu suchen.

Als Gruppenpraxis sind wir für die Herausforderungen der Zukunft an sich gut aufgestellt. Dazu kommt, dass ich auch seit eineinhalb Jahre angehende Ärzte in Linz an der JKU unterrichte. Dies bietet die Möglichkeit, mit künftigen Kolleginnen und Kollegen bereits vor deren Abschluss in Kontakt zu treten und ihnen die Allgemeinmedizin nahezubringen.

Es werden daher auch ab nächstem Jahr immer wieder Studenten für ein Monat in unserer Gruppenpraxis sein, um ihr Pflichtpraktikum zu absolvieren, erste Erfahrungen in einer Ordination zu machen und das Arbeiten als Landarzt kennenzulernen.

Ich ersuche Sie, die jungen angehenden Kolleginnen und Kollegen zu akzeptieren und ihnen die Gelegenheit zu geben, hier zu lernen und einen positiven Eindruck zu gewinnen. Vielleicht ist ja Ihre künftige Hausärztin oder ihr künftiger Hausarzt darunter.

Ich wünsche Ihnen und den Ihren eine ruhige Weihnachtszeit, ein gutes neues Jahr und viel Gesundheit!

Ihr Gemeindearzt,

Thomas Pachinger